**Wann kommt der nächste James Bond ins Kino?

Eine Analyse zwischen Geduld, Machtfragen und Erwartungen**

Seit No Time to Die (2021) ist es still um James Bond geworden. Sehr still. Für eine der langlebigsten Filmreihen der Kinogeschichte ist das ungewöhnlich – und wirft Fragen auf. Wann kommt der nächste Bond? Und warum dauert es so lange?

Zunächst die Fakten:
Ein offizieller Starttermin für Bond 26 existiert nicht. Auch ein neuer Hauptdarsteller wurde bislang nicht benannt. Bekannt ist lediglich, dass sich die Reihe nach dem Abschied von Daniel Craig neu ausrichten will – behutsam, langfristig und mit Blick auf mehrere Filme. Genau das erklärt bereits einen Teil der Verzögerung.

Die Bond-Reihe ist kein Schnellprodukt. Jede neue Inkarnation wird für mindestens zehn Jahre gedacht. Casting, Tonfall, politischer Kontext, Publikumserwartung – alles muss zusammenpassen. Nach dem radikalen Schnitt am Ende von No Time to Die steht die Marke vor einer heiklen Aufgabe: Neustart, ohne Selbstkopie. Erneuerung, ohne Identitätsverlust.

Hinzu kommt die strukturelle Frage hinter den Kulissen. Die Rechte liegen weiterhin bei EON Productions, konkret bei Barbara Broccoli und Michael G. Wilson. Beide haben mehrfach betont, dass Bond kein Franchise nach Streaming-Logik werden soll. Keine Serienflut, keine Eile, keine Verwässerung. Das Kino bleibt der Maßstab. Diese Haltung kostet Zeit – bewusst.

In Branchenkreisen gilt daher ein Kinostart nicht vor 2027 oder 2028 als realistisch. Vorher müssten Drehbuch, Regie, Darsteller und Produktionsfenster feststehen. Erst dann beginnt die eigentliche Maschinerie.

Und die Gerüchte?
Namen wie Aaron Taylor-Johnson, James Norton oder Theo James werden immer wieder genannt – bestätigt ist keiner. Ebenso wenig auf der weiblichen Seite. Dass Schauspielerinnen wie Jodie Comer in Diskussionen auftauchen, ist eher Ausdruck einer Sehnsucht als eines konkreten Plans. Sie steht für einen neuen Typ Bond-Partnerin: eigenständig, intelligent, verletzlich – und damit genau für das, was viele sich vom nächsten Kapitel erhoffen. Doch bislang ist das vor allem: Öl ins Feuer der Spekulation.

Die eigentliche Frage lautet daher weniger wer oder wann, sondern wie:
Wird der nächste Bond wieder klassischer? Politischer? Kälter? Romantischer? Oder leiser?

Eines spricht für Geduld:
James Bond hat immer dann funktioniert, wenn er die Zeit nicht imitierte, sondern kommentierte. Vielleicht braucht es genau dafür diese Pause.

Bis dahin bleibt 007 das, was er immer war:
Ein Versprechen auf den nächsten Auftritt.
Und ein Platzhalter für Erwartungen, die größer sind als ein Startdatum.