Ein Klassiker, modern getrimmt

Sie sitzt auf dem Ledersofa, wie früher.
Lange braune Haare, offen. Die Hände im Schoß. Sie arbeitet nicht mehr. Nicht aus Faulheit, sagt sie, sondern weil etwas in ihr blockiert ist.

Jung:
„Sie sagen, Sie hätten ein Problem. Aber Sie sprechen nicht davon, was fehlt – sondern davon, was nicht mehr geht.“

Sie:
„Ich funktioniere nicht mehr. Und alle fragen, warum.“

Jung:
„Vielleicht, weil Sie aufgehört haben, jemand anderes zu sein.“

Sie schaut ihn an. Kein Trotz. Eher Erleichterung.

Sie:
„Dann ist das also keine Krankheit?“

Jung:
„Nicht jede Störung ist ein Defekt. Manche sind ein Weckruf. Die Seele streikt, wenn sie zu lange übergangen wird.“

Sie lehnt sich zurück. Das Leder knarzt leise.

Sie:
„Und was soll ich jetzt tun?“

Jung:
„Zuhören. Nicht den Stimmen draußen. Den Bildern drinnen. Dort beginnt Arbeit – auch wenn sie niemand bezahlt.“

Stille.
Nicht leer. Tragfähig.