Wenn die Augen trügen
und meine Fantasie erwacht
Wenn die Augen trügen, beginnt manchmal erst das Sehen. Ich schaue auf eine Szene, auf eine Frau, auf einen Moment, der scheinbar einfach ist. Sie steht da, schließt den Vorhang, setzt sich hin und wartet. Eigentlich passiert fast nichts.
Und doch erwacht in mir etwas. Meine Fantasie beginnt zu arbeiten. Nicht, weil ich etwas besitzen will. Nicht, weil ich etwas erklären muss. Sondern weil ich erkenne, dass ein Bild manchmal mehr zeigt, als die Augen zuerst erfassen.
Wenn ich ehrlich bin, frage ich mich in diesem Moment nicht, was sie tut. Ich frage mich, was ich wirklich brauche.
Brauche ich Schönheit? Vielleicht. Brauche ich Nähe? Wahrscheinlich. Brauche ich Bewunderung? Manchmal. Aber tiefer darunter liegt etwas Einfacheres: Ich brauche einen Augenblick, der mich berührt, ohne mich zu bedrängen.
Vielleicht ist es genau das. Ich brauche nicht die ganze Geschichte. Ich brauche diesen einen Moment, in dem etwas still wird und trotzdem lebendig bleibt. Einen Blick. Eine Haltung. Eine kleine Bewegung. Und die Ehrlichkeit, zuzugeben: Ja, das hat etwas mit mir zu tun.
Ein kurzer Film. Ein stiller Moment. Kein Beweis. Nur eine Ahnung.